Wie sieht die Zukunft des Gigabit-Internets aus?
18. 11. 2020
Die Zeiten langsamer und teurer Einwahlverbindungen sind zum Glück längst vorbei. In letzter Zeit scheint es eher so, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, sich schnell und günstig mit dem Internet zu verbinden. Dabei fällt unter anderem auch der Begriff „Gigabit-Internet“. Was bedeutet das, für wen ist es geeignet und wie sieht es mit seiner Einführung aus?
Gigabit über Kabel
Gigabit-Übertragungen sind solche, bei denen die Datenübertragungsrate über ein Gigabit pro Sekunde liegt. Übertragungen in diesem Umfang können über Kabel erfolgen, für die als Erstes die Standards IEEE 802.3z und 802.3ab definiert wurden; der Datentransport erfolgt entweder über ein metallisches Kabel mit vier Paaren verdrillter Adern oder über Glasfaser. Gigabit-Ethernet wird manchmal mit den Abkürzungen GbE oder 1 GigE bezeichnet.
Ethernet war lange Jahre die meistgenutzte Technologie für die Datenübertragung, anfangs waren die Geschwindigkeiten allerdings tatsächlich nicht berauschend (sie genügten den Anforderungen an Verteilernetze, besonders in den Installationen innerhalb von Gebäuden). Die Geschwindigkeit des traditionellen Ethernets betrug 10 Mbit/s, beim Fast Ethernet waren bis zu 100 Mbit/s möglich. Gigabit-Ethernet war zunächst eine Angelegenheit für Universitätsnetze, Behörden oder große IT-Firmen, mit dem Beginn des neuen Jahrtausends eroberte es sich aber nach und nach auch den Weg zu den normalen Verbrauchern. Zu den ersten massenhaft verkauften Computern mit Unterstützung für Gigabit-Ethernet gehörten der Power Mac G4 und das PowerBook G4 von Apple; mit der Zeit verbreitete es sich in den meisten handelsüblichen Personal Computern.

Gigabit per Funk und Glasfaser
Gigabit-Datenübertragung kann selbstverständlich auch drahtlos erfolgen. Für die Art der drahtlosen Kommunikation, deren Übertragungsrate 1 Gbit/s erreicht oder übersteigt, wird die Bezeichnung Gigabit Wireless verwendet. Die genannten Geschwindigkeiten werden mithilfe einer komplexen Signalmodulation erreicht, etwa der Quadraturamplitudenmodulation (QAM). Im Bereich der Kommunikationstechnik nutzen zahlreiche Internetanbieter verschiedene Systeme zur Datenübertragung in unterschiedlichen Frequenzbändern, eines davon ähnelt den internen Frequenzen von WLAN-Routern. Drahtlose Kommunikation wird ab den Glasfaser-Anschlusspunkten für die Verbreitung von Daten über professionelle Verbindungen eingesetzt, in kleinere Gemeinden, aber auch zum Anschluss von Unternehmen und einzelnen Wohnhäusern. Mit der Leistungsfähigkeit der Technologien wachsen auch die Anforderungen an die Geschwindigkeit des Internetanschlusses, deshalb konzentrieren sich die Anbieter immer stärker darauf, zu prüfen, wie sich Gigabit-Dienste auch für normale Kunden verbreiten lassen. Eine Lösung kann im Aufbau einer zuverlässigen Glasfaserinfrastruktur bestehen.
Gigabit-Tschechien
Eine Gigabit-Geschwindigkeit bei heimischen Internetanschlüssen ist keineswegs ein unerfüllbarer Traum. Eine Reihe inländischer Anbieter bietet bereits jetzt Geschwindigkeiten mit dreistelligen Werten an, und viele von ihnen sehen in dem bereits erwähnten Glasfaseranschluss eine großartige Zukunft. Der Glasfaserausbau ist paradoxerweise in kleineren Städten und Gemeinden einfacher, wo die Besiedlung dünner und der Bau leichter ist, und wo die physischen Bedingungen für den Glasfaserausbau etwas günstiger sind als in dicht besiedelten Zentren. Dem stehen jedoch hohe Investitionskosten und eine sehr lange Amortisationszeit der eingesetzten Mittel gegenüber. Deshalb muss man in bestimmten Ballungsräumen mit einer Kombination aus Glasfaserkabeln und drahtlosen Mitteln der Datenübertragung rechnen.
Für den erfolgreichen Aufbau des „Gigabit-Tschechiens“, also einer Gesellschaft, in der Gigabit-Bandbreite bei den grundlegenden, breit verfügbaren Anschlusstechnologien zur Verfügung steht, ist jedoch das Zusammenwirken zahlreicher Beteiligter nötig: von den Einwohnern der Städte und Gemeinden über die Internetanbieter und die lokalen Selbstverwaltungen bis hin zu den Ministerien, der Regierung und dem Gesetzgeber. Das Industrie- und Handelsministerium hat den Aktionsplan 2.0 zur Beschleunigung des Baus von Hochgeschwindigkeitsnetzen sowie den Nationalen Plan für die Entwicklung von Netzen der neuen Generation erarbeitet. Für die Beschleunigung der Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsnetzen engagiert sich außerdem eine Reihe von Vereinen, Institutionen und einzelnen Fachleuten. Der Aufbau optischer Netze stößt aber nicht nur auf organisatorische Hürden – es gibt auch eine Reihe von Barrieren im Zusammenhang mit Grabungsarbeiten. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Posten sind die Gebühren für die Verlegung der Netze auf Grundstücken von Gemeinden und des Staates, die oft höher ausfallen als der Bau selbst. Trotz der theoretischen Einfachheit fehlt in vielen Gemeinden noch die nötige IKT-Infrastruktur. Eine durchdachte und zuverlässige Glasfaserinfrastruktur ist nicht nur für das „po(d)zemní“ Gigabit-Internet wichtig, sondern auch ein wichtiger Baustein beim Aufbau von 5G-Netzen, von denen in Zukunft nicht nur Organisationen und Institutionen, sondern auch einzelne Städte und Gemeinden profitieren können. Mehr zu 5G-Netzen erfahren Sie hier. Eine große Hilfe für das Gigabit-Tschechien war auch die Freigabe des 60-GHz-Bandes.
Wenn Sie sich für gute Internetanschlüsse und ähnliche Themen interessieren, lesen Sie auch den vorherigen Artikel Glasfasern sind unbedenklich.
Aktualisierung 20. März 2024