Cloud-Dienste und Sicherheitsrisiken
9. 1. 2023
Cloud-Dienste dürften den meisten von Ihnen ein Begriff sein. Sie dienen zum Beispiel der Speicherung und Sicherung von Daten, können aber auch beim Spielen oder beim Streaming von Inhalten genutzt werden. Cloud-Dienste nutzen nicht nur Einzelpersonen, sondern auch zahlreiche Unternehmen, Selbstständige und Institutionen. Neben unbestreitbaren Vorteilen bringen Cloud-Dienste allerdings auch ein gewisses potenzielles Sicherheitsrisiko mit sich.
Daten in der Wolke – und in der Hand des Anbieters
Beim Speichern von Daten in der Cloud werden diese – sehr vereinfacht gesagt – in die Hand des Anbieters des jeweiligen Internetdienstes übergeben. Stellen Sie sich vor, Sie geben Ihr Geld einem Freund zur Verwahrung und möchten es jederzeit bei ihm abrufen können. Ein solcher Freund muss nicht nur zuverlässig, sondern auch sorgfältig genug sein, damit ihm niemand Ihr Geld stehlen kann. Dasselbe gilt für die Bereitstellung von Cloud-Diensten, also die Speicherung von Inhalten im Internet. Das Nationale Amt für Cyber- und Informationssicherheit (NÚKIB) hat Ende des vergangenen Jahres eine strategische Analyse mit einer Bewertung der Aspekte der Nutzung von Cloud-Diensten in Tschechien veröffentlicht.
Pandemie als Weg zu Cloud Computing
Es ist keine Neuigkeit, dass die Covid-Pandemie sowohl das Ausmaß als auch die Art und Weise verändert hat, wie die Menschheit Technologie und das Internet nutzt. Zusammen mit dem erzwungenen Übergang ins Home Office, der vor zwei Jahren an vielen Orten stattfand, begannen Einzelpersonen und Unternehmen verstärkt, Cloud Computing zu nutzen, also einen Dienst, der einen Selbstbedienungszugriff auf Rechenressourcen ermöglicht. In der Cloud wurde zum Beispiel häufig mit Dokumenten gearbeitet, aber auch mit Medieninhalten und anderen Datentypen einschließlich Spielen. Dadurch, dass die Daten in der sogenannten Cloud gespeichert wurden, wurden an die Hardware oder die Kapazität des festen Speichers der beteiligten Parteien keine Anforderungen gestellt.
NÚKIB unterteilt die Modelle von Cloud-Diensten in seinem Bericht in vier Hauptkategorien: öffentlich, wenn Daten geteilt und Dienste einer breiten Öffentlichkeit angeboten werden; privat, wenn die Dienste innerhalb eines internen privaten Netzwerks angeboten werden; hybrid, wenn die beiden zuvor genannten Arten der Datenfreigabe und Diensterbringung kombiniert werden; und gemeinschaftlich, wenn nur ausgewählte Organisationen untereinander Daten teilen.
Sicherheit als Herausforderung
Nicht nur im Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl von Cyberangriffen ist Sicherheit bei Cloud-Diensten äußerst wichtig; sie bildet unter anderem auch einen zentralen Bestandteil des Profils der Anbieter dieser Dienste. Die Sicherung von Daten in Cloud-Diensten ist eine umfassende und komplizierte Angelegenheit, die mehrfache Verschlüsselung, die Nutzung mehrerer voneinander unabhängiger Rechenzentren für die Sicherung und weitere ähnliche Schritte umfasst. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Nutzung von Cloud-Diensten immer und unter allen Umständen ein eindeutig vorteilhafter Schritt ist, der vielen Unternehmen und Institutionen Kosten spart, die mit der Anschaffung von Hardware oder der Datensicherung auf Unternehmensebene verbunden sind (die in gewissem Umfang ohnehin notwendig ist, unabhängig davon, ob der jeweilige Akteur Cloud Computing nutzt).
NÚKIB weist in seinem Bericht jedoch darauf hin, dass vor der Nutzung von Cloud-Diensten eine gründliche und bewusste Prüfung ihres Anbieters notwendig ist. „Durch die Nutzung von Cloud-Diensten gibt der Nutzer automatisch einen Teil der Kontrolle über seine Daten ab“, schreibt NÚKIB im Zusammenhang damit, dass stets gründlich zu prüfen ist, an welchem Ort die Daten physisch gespeichert sind, und zwar mit Blick auf die Rechtsordnungen der einzelnen Staaten. Zu berücksichtigen ist auch, dass Cloud-Speicher oft von ausländischen Unternehmen betrieben werden. Alle diese Faktoren spielen nämlich eine zentrale Rolle dabei, auf welche Weise, durch wen und auf Grundlage welcher rechtlichen Regelungen mit den genannten Daten umgegangen werden kann.
Besonderheiten der Nutzung von Cloud-Diensten in Tschechien
NÚKIB erwähnt in seinem Bericht, dass sich der steigende Trend bei der Nutzung von Cloud-Diensten auch in Tschechien beobachten lässt, und zwar sowohl bei privaten Akteuren als auch bei Behörden. Derzeit unterliegt die Nutzung von Cloud-Diensten in Tschechien allerdings keiner besonders umfangreichen Regulierung und damit auch keinen speziellen Kontrollverfahren, was die Daten und das Unternehmen, das diese Daten in der Cloud speichert, zahlreichen Risiken aussetzt. „Insbesondere das Risiko eines Verlusts des Zugriffs auf Daten oder deren Verarbeitung außerhalb des Gebiets der EU ist so erheblich, dass es nicht übersehen werden sollte“, heißt es im zugehörigen Bericht. Eine weitere Komplikation besteht darin, dass Cloud-Anbieter ihre Dienste in vielen Fällen über ein Netz von Wiederverkäufern vertreiben.
Unternehmen und Institutionen, die die Nutzung von Cloud-Diensten erwägen, empfiehlt NÚKIB nachdrücklich, im Rahmen der Internet-Sicherheit mehrere Fragen zu prüfen. Es muss festgestellt werden, in welchen Rechtsordnungen die Daten – ob kurz- oder langfristig – gespeichert werden. Also sind die Rechtslage des jeweiligen Landes zu analysieren und zu bewerten, einschließlich der Frage, ob Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten auf die Daten anwendbar sind. Ferner ist zu klären, wie lange die jeweilige Organisation den Cloud-Speicher nutzen möchte, in welchem Umfang und zu welchen Zwecken.
Viele Unklarheiten im Zusammenhang mit der Nutzung von Cloud-Diensten könnte die Verordnung über Sicherheitsregeln für die Nutzung von Cloud-Computing-Diensten durch Behörden klären, die bereits im ersten Quartal 2023 in Kraft treten könnte.
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Aktualisierung 15. April 2024