Zehn Gebote der Internetsicherheit
21. 5. 2020
Da das weltweite Netz immer mehr in unser Leben eindringt und der Online-Zustand häufiger ist als der Offline-Zustand, wachsen auch die Risiken, die mit der Internetnutzung verbunden sind. Wie Sie sich vor Sicherheitsrisiken schützen und was zu tun ist, wenn Sie ihnen nicht ausweichen können?
Zehn Gebote: Zu den Grundlagen der Online-Sicherheit gehört die Einhaltung von zehn Regeln, die Sie vor den häufigsten Risiken schützen.
1. Schützen Sie Ihre persönlichen Daten
Es gibt keinen Grund, auf irgendeiner Internetseite – auch in sozialen Netzwerken – öffentlich Ihre Adresse, Ihre private Telefonnummer und andere sensible Daten einzugeben. Das gilt auch für Kreditkartendaten, die ausschließlich im verifizierten Online-Banking und bei vertrauenswürdigen Zahlungsdiensten eingegeben werden sollten.
2. Nehmen Sie sich Zeit für die Privatsphäre-Einstellungen
Nicht nur Marketingfachleute wollen so viele Informationen über Sie wie möglich gewinnen. Private Daten können auch für Hacker nützlich sein. Überprüfen Sie besonders sorgfältig die sozialen Netzwerke, die Sie nutzen, und vergewissern Sie sich, dass sensible Daten nicht für alle sichtbar sind. Die Einstellungen zur Sichtbarkeit sind nicht immer einfach, weil es für die meisten Anbieter vorteilhaft ist, möglichst viele Daten zu erhalten. Studieren Sie die Datenschutzoptionen daher sorgfältig und vernachlässigen Sie nichts.
3. Surfen Sie sicher
So wie Sie im realen Leben nicht bewusst ein gefährliches Viertel aufsuchen würden, sollten Sie im Internet verdächtige und potenziell gefährliche Inhalte sorgfältig meiden. Lassen Sie sich nicht von der Chance auf ein neues Smartphone oder angeblichen Nacktfotos von Prominenten locken. Sparen Sie lieber für Spiele und Software – es lohnt sich nicht, Seiten zu vertrauen, die diese kostenlos anbieten. Auch den neuesten Kinofilm sehen Sie besser im Kino, als ihn heimlich von verdächtigen Seiten herunterzuladen.
TIPP: Lesen Sie den Artikel Sicherheit im Heimnetz, dort erfahren Sie viele wichtige Informationen, die wir Ihnen für zu Hause empfehlen.
4. Sichere Verbindung
Wenn Sie sich an öffentlichen Orten über WLAN mit dem Internet verbinden, haben Sie die Sicherheit der Verbindung praktisch nicht unter Kontrolle, da Ihnen das Netzwerk nicht gehört und Sie es nicht verwalten. Wenn Sie mit einem ungesicherten WLAN-Netz verbunden sind, vermeiden Sie jede Eingabe sensibler Daten.
TIPP: Lesen Sie auch den Artikel Wie Sie Ihr Heim-WLAN absichern
5. Vernachlässigen Sie Passwörter nicht
Passwörter gehören zu den verwundbarsten Punkten Ihrer Internetsicherheit. Aus Bequemlichkeit ist es sicher praktisch, für alle Zugänge ein leicht zu merkendes Passwort zu haben, Sicherheit bietet das aber nicht. Wählen Sie komplexere, längere Passwörter – zum Beispiel mithilfe von Generatoren – und bewahren Sie sie an einem sicheren Ort auf. Es gibt zahlreiche Apps, die Passwörter erzeugen und mit Verschlüsselung absichern. Sobald Sie auch nur die geringste verdächtige Aktivität bemerken, ändern Sie das Passwort und überprüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen.
TIPP: Für die Passwortwahl lesen Sie unbedingt auch den Artikel Wie Sie ein richtiges Passwort erstellen
6. Laden Sie vorsichtig herunter
Das Herunterladen ungeprüfter Inhalte ist der einfachste Weg, Ihren Computer mit Malware zu infizieren. Im besseren Fall bemerken Sie nur eine Verlangsamung und Funktionsstörungen, im schlechteren werden Ihre Daten gestohlen und missbraucht. Malware kann in Gestalt eines beliebten Spiels oder einer nützlichen Anwendung auftreten. Laden Sie Software immer von verifizierten Herstellerseiten herunter, für Spiele nutzen Sie vertrauenswürdige Plattformen wie zum Beispiel Steam. Der Versuch, Geld zu sparen, muss sich nicht auszahlen.
7. Zahlen Sie mit Bedacht
Wenn Sie im Internet etwas bezahlen, kommen Sie nicht ohne die Eingabe Ihrer Kreditkarten- und Bankdaten aus. Geben Sie diese Informationen deshalb immer nur in einer sicheren, verifizierten, verschlüsselten Verbindung ein. Eine solche Verbindung erkennen Sie in der Regel daran, dass die Adresse mit „https“ statt „http“ beginnt und in der Adresszeile ein Schlosssymbol erscheint.
8. Achten Sie auf Ihre Beiträge
Das Internet hat keine „Delete“-Taste. Was Sie irgendwo öffentlich eingeben, lässt sich nur sehr schwer zurücknehmen. Selbst nachdem der ursprüngliche Inhalt entfernt wurde – etwa aus dem Netzwerk Twitter – können im Internet noch Kopien kursieren, die praktisch jeder heruntergeladen haben kann, ohne dass Sie es bemerken. Die digitale Spur ist lang und nur schwer nachträglich zu korrigieren. Denken Sie deshalb vor jeder Veröffentlichung darüber nach, ob sie Ihnen, Ihrer Karriere, Ihrem Familienleben oder jemandem aus Ihrem Umfeld schaden könnte.
9. Seien Sie vorsichtig beim Kennenlernen
Menschen im Internet sind nicht immer die, für die sie sich ausgeben. Auch Dutzende Fotos im Profil oder Hunderte virtuelle Freunde in der Freundesliste garantieren keine Sicherheit. Glauben Sie nicht, dass gerade Sie die attraktive Frau vom anderen Ende der Welt interessiert und dass sich hinter einem Link, den sie Ihnen geschickt hat, ihre erotischen Fotos verbergen. Glauben Sie nicht dem angeblichen Soldaten aus Afghanistan, der Sie treu liebt und dringend gerade Ihr Geld braucht. Betrüger können auch die Profile Ihrer Freunde missbrauchen. Geben Sie ihnen Ihre Telefonnummer nicht, auch wenn sie in einer Nachricht danach fragen, und falls Sie es doch tun, teilen Sie keine Codes, die Sie erhalten.
10. Achten Sie auf Ihren Virenschutz
Software für Internetsicherheit kann leider nicht jede Bedrohung erkennen und neutralisieren, dennoch sollten Sie sie nicht vernachlässigen. Bei richtiger und regelmäßiger Aktualisierung erkennt sie die große Mehrheit gängiger Malware und wehrt so Bedrohungen für Ihren Computer und Ihre Privatsphäre ab.
Aktualisierung 5. März 2024