Wie Sie sich allgemein vor Malware und Schadsoftware schützen
21. 5. 2020
In unserer Artikelreihe zur Sicherheit setzen wir uns mit dem Schutz vor Malware auseinander. Der Begriff „Malware“ ist eine Abkürzung für „malicious software“, also Schadsoftware. Es handelt sich um eine Art Programm, das den Computer des Nutzers infiziert und ihn auf bestimmte Weise beschädigt. Eine Infektion mit Malware kann auf verschiedene Weise erfolgen, und Malware kann die Form eines Virus, eines Wurms, eines Trojaners, von Spyware und weiteren Programmen annehmen.
Beim Schutz vor Malware kann die entsprechende Software einen Teil der Arbeit übernehmen, ein erheblicher Teil der Verantwortung liegt aber auch bei Ihnen.
Malware in E-Mails
Malware gelangt häufig in Form von Anhängen an E-Mail-Nachrichten zu den Nutzern. Diese können auf den ersten Blick wie eine E-Mail Ihrer Bank aussehen oder wie eine Nachricht eines guten Freundes. Betrügerische E-Mails sind mit etwas Wissen auf den ersten Blick nicht schwer zu erkennen. Ihre Sprache wirkt wegen der automatischen Übersetzung oft nicht sehr glaubwürdig, oder sie enthalten nur einen Satz im Stil von „Schau dir diese tolle Seite an“. Das Wichtigste ist, die Anhänge solcher Nachrichten nicht zu öffnen und die darin enthaltenen Links nicht anzuklicken.
Software renommierter Unternehmen kann Malware rechtzeitig erkennen und unschädlich machen. Das entsprechende Programm überprüft Ihren Computer in regelmäßigen Abständen und sucht nach möglichen Bedrohungen. Internetbrowser können zudem erkennen, dass eine Webseite potenziell schädlich ist, und verhindern, dass Sie sie aufrufen.
Manchmal verläuft eine Malware-Infektion ohne Anzeichen, in anderen Fällen können Sie eine deutliche Verlangsamung des Computers, übermäßig viele Pop-up-Fenster, plötzliche Abstürze einzelner Programme oder des ganzen Systems oder eine ungewöhnliche Aktivität der Festplatte beobachten, die sich beispielsweise durch einen Mangel an freiem Speicherplatz bemerkbar macht.
Die häufigsten Malware-Arten
Zu den häufigsten Schadprogrammen gehören Software wie Conficker, Graftor, NIbot, Locky und weitere. Conficker ist ein Wurm, der es auf das Betriebssystem Windows abgesehen hat. Conficker versucht, das Administratorpasswort zu erbeuten und sich Zugang zu persönlichen Daten der Nutzer zu verschaffen. Ziemlich verbreitet ist auch Graftor. Dabei handelt es sich um Adware, die über den Webbrowser zu den Nutzern gelangt und nur schwer zu erkennen ist. Zur Gruppe der Backdoor-Malware gehört dagegen NIbot. Auch dieses Programm zielt auf die Plattform Windows ab und hilft Angreifern mithilfe der Fernsteuerung, Dateien hochzuladen und herunterzuladen und im System zu agieren.
In Tschechien ist Malware auch in Form von E-Mail-Anhängen aufgetaucht, die sich als unterschiedlichste Rechnungen, Mitteilungen vom Finanzamt oder Bankinformationen ausgaben. Schadsoftware fand aber auch ihren Weg in das Programm CCleaner, und die Malware Snake verbreitete sich in diesem Jahr ebenfalls auf Betriebssysteme von Apple, und zwar über die Installationsdatei des Programms Adobe Flash. Im vergangenen Jahr tauchte Malware außerdem als Bestandteil des beliebten Musikplayers Spotify auf.
Was ist Ransomware, wie schützt man sich davor und wie wird man sie wieder los?
Vielleicht haben Sie im vergangenen Jahr von dem Vorfall WannaCry gehört – einer Schadsoftware, die weltweit über 230.000 Computer mit dem Betriebssystem Windows befallen hat. Auch staatliche Behörden und Krankenhäuser waren davon nicht ausgenommen.
Das Programm WannaCry gehört, ebenso wie beispielsweise Cerber, CryptoLocker oder Petya, zur Gruppe der Ransomware.
Dabei handelt es sich um Erpressersoftware, die auf einem der üblichen Wege auf Ihren Computer gelangt – über einen E-Mail-Anhang, eine infizierte Webseite oder über das Computernetzwerk. Ransomware macht sich praktisch sofort bemerkbar: Sie verhindert den Zugriff auf Ihre Dateien, indem sie diese verschlüsselt, und verlangt vom Nutzer die Zahlung eines bestimmten Betrags – meist in einer Kryptowährung wie Bitcoin, um die Anonymität zu wahren – im Austausch für die Entschlüsselung und die Wiederherstellung des Zugriffs auf die Dateien. Eine Zahlung ist jedoch nicht immer eine Garantie dafür, dass Sie Ihre Dateien tatsächlich zurückbekommen.
Der beste Schutz vor Ransomware ist Vorbeugung, also die konsequente Einhaltung grundlegender Sicherheitsregeln: keine verdächtigen Webseiten besuchen, keine ungeprüfte Software herunterladen und alle Nachrichten und Links sorgfältig prüfen.
Antiviren-Programme
Gängige Antimalware-Programme können Ransomware erkennen und verhindern, dass sie auf dem Computer installiert wird – viele dieser Programme sind kostenlos. Doch auch beim Herunterladen von Antimalware-Software ist Vorsicht geboten, denn manchmal gibt sich Malware als Programm aus, das eigentlich gegen Malware kämpfen soll. Beziehen Sie Sicherheitssoftware immer von renommierten Unternehmen und vertrauen Sie keinen Pop-up-Fenstern mit Warnhinweisen, die beim Besuch bestimmter Webseiten manchmal angezeigt werden. Selbstverständlich sollten Sie das Betriebssystem, die Antivirenprogramme und die Firewall sorgfältig und zeitnah aktualisieren sowie alle wichtigen Dateien sichern – idealerweise nach der Regel „3-2-1“, also eine Sicherung direkt auf dem Computer, eine zweite auf einem externen Datenträger und eine dritte beispielsweise im Cloud-Speicher.
TIPP: Die Überprüfung Ihres Geräts können Sie zum Beispiel mit dem Programm des bekannten Anbieters Avast auf der Seite https://www.avast.com/cs-cz/free-ios-security#pc vornehmen.
Ist Ihr Computer von Ransomware befallen worden? Auch in solchen scheinbar aussichtslosen Fällen gibt es zum Glück eine Lösung. Unternehmen, die sich auf IT-Sicherheit spezialisieren, bieten eine Reihe von Softwareprodukten an – sogenannte Decryptoren –, mit denen sich Ransomware entfernen und die gesperrten Dateien entschlüsseln lassen. Auf keinen Fall sollten Sie eine Ransomware-Infektion durch Zahlung des geforderten Betrags beheben – eine Zahlung ist keine Garantie dafür, dass Sie Ihre Dateien zurückbekommen.
Aktualisiert am 19. Februar 2024