Internet über das 220-V-Stromnetz? Warum nicht?
Verkabelung ist nicht gleich Verkabelung. Kennen Sie jemanden, der heutzutage an einer Scheidung interessiert wäre? Wenn ja, würden Sie wahrscheinlich sagen, dass derjenige verrückt sei. Wie viele Jahre hielt diese feste Bindung? Und jetzt? Es lohnt nicht zu reden! Eine solche Scheidung bringt meist viele Verdrießlichkeiten, Sorgen, Erledigungen und Gerichtsläufe mit sich. Ruhigem Schlaf trägt das auch nicht bei, und außerdem kostet es nicht wenig finanzielle Mittel. Sie müssen auch viel Energie in eine solche Scheidung stecken. Die Spannung, wie alles enden wird. Erwartung, ob beide Gegenpole entsprechend zufrieden sein werden. Wenn alles vorbei ist, sind alle völlig erschöpft und müssen ihre Batterien gründlich aufladen. Es mag ziemlich verrückt klingen, aber wir wissen von einer „Verteilung", mit der fast jeder zufrieden sein wird.
Schon aus der Überschrift ist sonnenklar, dass unser Wortspiel die Internetverteilung über 220-V-Steckdosen betrifft.
TIPP: Haben Sie ein Anschluss-Problem und wissen nicht weiter? Lesen Sie auch unseren Artikel Was tun, wenn das Internet nicht funktioniert.
Wenn WLAN aus dem Sci-Fi-Reich ist
Eine ziemlich oft genutzte Möglichkeit, einen zu Hause bereits vorhandenen Internetanschluss in mehrere Räume zu verteilen, ist klassisches WLAN — also die drahtlose Ausführung. In dem Moment, in dem WLAN aus irgendeinem Grund nicht erreichbar oder ungeeignet ist, greifen die meisten Menschen meist zur Variante mit Kabel. Was aber tun, wenn Sie Kabel im Haus weder verlegen wollen noch können? In die Wand schlagen? Oh, dieses Grauen! Unschöne Plastikleisten installieren? Nie!
Eine Möglichkeit gäbe es aber doch. Wie wäre es, die bestehenden Stromverkabelungen zu nutzen? Diese können sowohl zuverlässige Stromübertragung als auch gleichzeitig Datenübertragung gewährleisten. Datenpakete werden nämlich auf hohen Frequenzen übertragen. Stromverkabelungen erfordern keine weiteren Zusatzkabel, verunzieren das Interieur nicht, sodass Ihr ästhetisches Ego nicht leidet. Das ist ein weiteres Plus.
Wie Internet über Stromverkabelungen funktioniert
Die Realisierung der Verbindung selbst ist sehr einfach, und Sie brauchen dafür nur Powerline-Adapter und ein Kabel. Einen der Adapter verbinden Sie über ein Netzwerkkabel mit Ihrem Modem und stecken ihn gleichzeitig in eine beliebige Steckdose. Den zweiten Adapter stecken Sie dann an einer anderen Stelle in der Wohnung ein. Im Grunde verbinden Sie damit zwei Geräte — es ist aber kein Problem, später weitere zu kaufen und bis zu sechs nebeneinander zu schalten.
An ihnen genügt es dann nur, eine Taste zu drücken, wodurch sich die angeschlossenen Geräte gegenseitig paaren. Konfigurieren ist eigentlich nichts, und da die Geräte keinerlei Administrationsschnittstelle haben, ist auch nichts zu konfigurieren. Die Installation aller Elemente und ihre Verbindung sind also trivial und auch von Laien zu bewältigen.
Ausgewählte Modelle können selbst aktive WLAN-Elemente werden, oder über Netzwerkkabel zwei Computer verbinden. Die gegenseitige Kommunikation wird durch 128-Bit-AES-Verschlüsselung gesichert.
Vorteile des Internets über Stromverkabelungen
Diese Technologie zur Datenübertragung über Stromverkabelungen heißt PLC — Abkürzung des englischen Powerline Communication. Es handelt sich um eine Technologie, die bereits vor mehreren Jahrzehnten zum ersten Mal auftauchte. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie irgendwie veraltet wäre. Im Gegenteil: Dank des technologischen Fortschritts entstehen immer perfektere Adapter. Dank wachsender Netzdurchlässigkeit und höherer nominaler Übertragungsgeschwindigkeit wachsen auch die Datenmengen, die in vernünftiger Zeit übertragen werden können (bis zu 300 Mbit/s). In vielen Fällen handelt es sich um eine viel geeignetere Alternative zum WLAN-Signal dort, wo es nicht durch Baubarrieren durchdringen würde oder wo es zu einer dichten Spektrumnutzung kommt und die Übertragungsgeschwindigkeit durch gegenseitige Störungen sinkt.
Bietet Powerline ausreichende Geschwindigkeit und Stabilität?
Das hängt von den Umständen ab. Allgemein ist ein Kabelanschluss weniger problematisch, stabiler und finanziell weniger anspruchsvoll. WLAN ist problematisch etwa bei Stahlbetonkonstruktionen von Plattenbauten, die die Signalausbreitung negativ beeinflussen können, oder bei Bauten mit größerer Wanddicke, durch die das Signal ebenfalls nur schwer durchdringt.
Die Powerline-Lösung weist in Plattenbauten allgemein zufriedenstellende Geschwindigkeit auf, die mit der WLAN-Geschwindigkeit vergleichbar ist. Sie müssen dabei keine Angst vor einer kostspieligen Renovierung haben — auch nicht, wenn Sie bisher in der Wohnung alte Aluminium-Verkabelungen haben. Es ist nur damit zu rechnen, dass sich die Situation in dem Moment kompliziert, in dem Sie ein Netz beispielsweise für ein ganzes Mietshaus erstellen wollen. Die 220-V-Verteilung muss nämlich in jeder Wohnung auf derselben Phase sein. Das Powerline-Netz können verschiedene Geräte wie Waschmaschine oder Staubsauger stören. An der Kommunikationsqualität zwischen Routern können sich auch Sicherungen vor der Wohnung niederschlagen.
Die vom Hersteller angegebene Reichweite beträgt etwa 300 Meter. Die Abdeckung sollte also für ein normales Einfamilienhaus problemlos ausreichen. Auch in diesem Fall lässt sich aber natürlich der Einfluss weiterer Geräte, die das Signal stören, nicht strikt ausschließen. Ein Problem kann etwa ein ganz gewöhnlicher alter oder auffällig billiger Föhn ohne Eingangsfilter gegen Störungen im Stromnetz bedeuten. Dagegen beschränkt die Verwendung einer gewöhnlichen Steckdosenleiste die Funktion in keiner Weise.
Anschaffungs- und weitere Zusatzkosten
Mit der massiven Verbreitung der Powerline-Adapter kam es auch zum Preisverfall. Mit dem günstigsten Set, das zwei Stationen enthält, können Sie auch bei einem Betrag von nicht mehr als 1 000 Kč landen. Sie müssen sich aber damit abfinden, dass sie miteinander nicht schneller als 200 Mbit/s kommunizieren können.
Auch die Energieeffizienz dieser Geräte hat sich deutlich verbessert. Der Adapter benötigt unter aktiver Last 4 W, kann aber in den Schlafmodus wechseln, wenn der Netzwerkverkehr bei null ist. Dann sinkt sein Verbrauch auf 0,5 W.
Und das ist alles. Es genügt zu sagen Simsalabim — und Sie haben sofort ein zuverlässiges Hochgeschwindigkeits-Computernetz für den Haushalt, das Sie nur mit minimalen Kosten aufbauen konnten. Definitiv niedriger als das, was eine wirkliche Verkabelung kostet.

Beispiel der Installation und Nutzung:
Ein zweigeschossiges Haus mit Konstruktion aus Ziegelhohlsteinen, mit Decken aus Stahlbeton-Stürzen. Im Wohnbereich des Hauses ist ein drahtloser Router mit 2,4- und 5-GHz-Band platziert. Im Haus ist ein anderer Raum, der als Arbeitszimmer genutzt wird, in dem Desktop-Computer mit WLAN-Modul stehen, aber auch ein Multifunktionsdrucker und Scanner. Die Geräte arbeiten im Netzmodus, haben aber kein WLAN-Modul.
Im oberen Geschoss sind Wohnräume und Schlafzimmer. Das Signal des WLAN-Routers reicht hierher, ist aber schwach, ungeeignet für den Betrieb des Internet-Kabelfernsehens IPTV. Smart-TV hat aber die Möglichkeit, das Internet direkt per Kabel anzuschließen. Wie kommt man da heraus?
Zum Beispiel stecken Sie ein PLC-Gerät von TP-Link, TL-PA4010, in die 220-V-Steckdose neben dem Heim-Anschluss-Router und verbinden es per Kabel mit dem LAN-Port des Routers. Ein weiteres Gerät stecken Sie in die Steckdose, in der das Gerät im Arbeitszimmer angeschlossen ist. Die Paarung erfolgt automatisch — nach dem Drücken der Taste am Modul an der Datenquelle genügt es, bequem ins Arbeitszimmer zu gehen und dieselbe Taste am weiteren Modul zu drücken. Und auf dieselbe Art schließen Sie auch den Fernseher im Wohnzimmer im oberen Geschoss an — und vielleicht auch weitere Geräte.
Mit Powerline-Geräten kam mehr oder weniger jeder Hersteller von IT-Geräten für den Haushalt. Doch erst die mehrte Generation ist wirklich zuverlässig und in Einstellung und Wartung unanspruchsvoll. Und die Empfehlung TP-Link TLPA4010 kommt eben von den Anbietern Eurosignal, UVT und Újezd.net. Die Installation schafft auch ein kleines Mädchen, die Kommunikation ist wirklich nur durch die Port-Geschwindigkeit auf 100 Mbit/s begrenzt — und ich denke, dass die vernünftige Grenze der Betrieb von 5 voll genutzten Geräten gleichzeitig ist.
Aktualisierung 16.2.2024