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Surfen durch die Zeit: Geschichte des mobilen Internets

Facebook, Instagram, geschäftliche E-Mails. YouTube, Netflix, die Fernsteuerung eines Smart Home. Und auch Abkürzungen wie 3G, 4G oder LTE. Was kommt Ihnen eigentlich in den Sinn, wenn man „Internet im Mobiltelefon" sagt? Schauen wir uns in unserem heutigen Artikel die Geschichte an und erinnern uns an das gute alte WAP auf monochromen Displays von Tastentelefonen.

Holzige Neunziger

In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre — konkret vor 1997 — erschienen die ersten Internet-Technologien für Mobiltelefone: CSD (Circuit Switched Data) und HSCSD (High Speed Circuit Switched Data). Sie boten eine „atemberaubende" Geschwindigkeit von knapp 10 kbit/s und in unseren Regionen wurde dieser Anschluss vom damaligen Eurotel bereitgestellt. Das Jahr 1997 brachte dann der Menschheit die GPRS-Technologie (General Packet Radio Service). Sie konnte in mehreren Klassen genutzt werden, eingeteilt nach der Möglichkeit, Sprach- und Datenübertragung zu nutzen — oder nur eine davon. GPRS bot eine Übertragungsgeschwindigkeit (down/up) von 80/40 kbit/s. Das Internet im Mobiltelefon wurde in seinen Anfängen zeitbasiert abgerechnet. Eurotel bot 2002 drei Datenpakete an (WAP, DATA und DATA SETIII). Die monatliche Pauschale für DATA betrug damals 195 Kronen, für DATA Set II 595 Kronen mit einer Aktivierung von unglaublichen 5000 Kronen. Für den Internetzugang zahlten Kunden mit dem WAP-Programm 6 Kronen, der Zugang zum WAP kostete 2,70 Kronen pro Minute. Eine Reihe von Telefonen hatte damals eine physische Taste für den Internet-Anschluss — deren unbewusstes Drücken war für viele Nutzer buchstäblich ein Albtraum.

Wir empfehlen außerdem zu lesen, wie eigentlich die Geschichte des Internets in Tschechien: Von Sonderlingen zur Welt der Netze  verläuft

Geschichte des mobilen Internets

WAP für alle, EDGE für Auserwählte

Das Jahr 1998 war das Jahr, in dem das Protokoll WAP (Wireless Application Protocol) kam. Entwickelt vom Wap Forum, sollte es einfacheren Mobiltelefonen den Zugang zum Internet ermöglichen. Eine Reihe damaliger Mobiltelefone der unteren — manchmal auch der mittleren Klasse — hatte unzureichend Speicher, Prozessorleistung oder Bildschirmauflösung, um „anspruchsvolleres" Internet zu bewältigen. Genau für diese waren abgespeckte, stark vereinfachte Versionen vollwertiger Webseiten bestimmt. Häufig handelte es sich nur um Text; mit der Zeit kamen auch einfache Bilder hinzu — manche von Ihnen erinnern sich vielleicht an das beliebte (und relativ kostspielige) Herunterladen von Logos oder Klingeltönen für Nokia und andere Telefone über WAP-Portale.

Anspruchsvollere Nutzer hatten die Möglichkeit, für ihr Telefon das EDGE-Protokoll (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) zu nutzen. Wie der Name schon sagt, bot diese Technologie mehrere deutliche Verbesserungen bei der Datenübertragung. Die EDGE-Geschwindigkeit erreichte bis zu 200 kbit/s für den Downlink und 100 kbit/s für den Uplink. 2001 war EDGE bereits an allen BTS von O2 und T-Mobile und an den meisten BTS des Betreibers Vodafone vorhanden.

LTE durch die Welt des Internets

Die Technologie LTE (Long Term Evolution) ermöglicht einen Hochgeschwindigkeits-Internetanschluss in Mobilfunknetzen. Die Geschwindigkeit dieser Technologie, die formal zum 3G-Standard gehört, bewegt sich in der Praxis um 14 Mbit/s — was für Nutzer einen enormen Vorteil vor allem im Bereich Download darstellt. Nachfolger des ursprünglichen LTE ist die LTE-Advanced-Technologie. Sie verbreitete sich in unseren Regionen vor allem ab 2014 und erfüllte endlich die Bedingungen des 4G-Standards. Ihre theoretische Geschwindigkeit beträgt bis zu 1,5 Gbit/s und sie verfügt auch über deutlich niedrigere Latenz (60 ms statt 120 ms). Für die Sprachübertragung dient dann die VoLTE-Technologie, nutzbar auch für Videoanrufe. Mit der Ankunft der 4G-Technologie haben sich die Möglichkeiten der Internetnutzung am Mobiltelefon deutlich erweitert, und das Verfolgen von Multimedia-Inhalten oder das Online-Gaming hörte auf, eine reine Sci-Fi-Vorstellung zu sein.

TIPP: Fliegen Sie gerne? Lesen Sie den Artikel Internet in den Wolken :)

Zukunft in 5G-Sternen

Trotz der Tatsache, dass in unseren Regionen noch keine vollständige LTE-Netzabdeckung verfügbar ist, entwickelt sich die weitere Technologie der Zukunft: 5G. Ihr Ziel ist eine deutliche Beschleunigung der Datenübertragung (bis zu 10 Gbit/s) mit einer Latenz von bis zu 1 ms. Die 5G-Technologie hat ihren potenziellen Einsatzbereich eher in Industrie und Technologie als für normale Nutzer. Die ersten 5G-Sender wurden in Europa im Oktober des Vorjahres erfolgreich getestet; bei uns testete die Technologie Anfang 2018 T-Mobile, im Sommer kam auch Vodafone hinzu. In der Praxis wurde die 5G-Technologie etwa bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang eingesetzt. Die Einführung von 5G könnte bereits Ende 2018 beginnen, die Tschechische Republik muss jedoch noch auf diese High-Tech-Neuheit warten — die Inbetriebnahme der entsprechenden Netze plant das Tschechische Telekommunikationsamt für 2020, der Beginn des kommerziellen Betriebs wird dann 2022 erwartet.

Aktualisiert 5.3.2024

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