Cloud-Gaming oder Spiel als Dienst
Spielen Sie Spiele? Und haben Sie sie auf der Festplatte Ihres Computers, auf einer externen Festplatte, DVD gespeichert — oder spielen Sie auf Servern? Wenn Sie die letzte Variante bevorzugen, dann ist Ihnen der Begriff Cloud-Gaming sicher nicht fremd. Cloud-Gaming — manchmal als „Gaming-as-a-Service", also „Spielen als Dienst" bezeichnet — beschreibt eine Art von Online-Spielen, die auf entfernten Servern laufen und direkt auf das Gerät des Nutzers gestreamt werden — sowohl auf Computer als auch auf Konsolen. Der Spieler spielt aus dem Cloud-Speicher heraus und spart so deutlich Speicherplatz auf seinem Gerät.
Latenz ist der Schlüssel
Anstatt auf der Festplatte Ihres Computers gespeichert zu sein, befindet sich das Spiel auf spezieller Hardware des Anbieters, von wo es über das Internet mithilfe spezialisierter Software bis in Ihr Wohnzimmer gestreamt wird. Die Software verarbeitet blitzschnell Eingaben Ihrerseits — also die Art, wie Sie mit Controller oder Tastatur umgehen —, die sie zurück an den Server sendet, wo sie sich im Spiel auswirken. Die Vorteile des Cloud-Gamings sind klar — den Spielern entfallen Sorgen um die Installation des Spiels oder um das Freimachen von Speicherplatz, und das Spielen auf diese Weise ermöglicht oft auch Nutzern, deren Hardware normalerweise nicht mit neueren Spielen kompatibel wäre, attraktive Titel zu genießen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Cloud-Gaming ganz ohne Anforderungen auskäme — im Gegenteil. Diese Spielart erfordert eine ausgeklügelte spezifische Infrastruktur — beginnend mit Rechenzentren und umfangreichen Server-Einrichtungen auf Seiten des Anbieters und endend mit einem qualitativen Hochgeschwindigkeits-Internetanschluss mit sehr niedriger Latenz (die im Falle des Cloud-Gamings wirklich eine sehr wichtige Rolle spielt) auf Seiten des Nutzers. Genau wegen der hohen Anforderungen an Qualität und Geschwindigkeit des Internetanschlusses lässt sich Cloud-Gaming in einigen Ländern der Welt nicht nutzen — manche Spieler können auf Datenlimits stoßen, die ihr Internetanbieter festgelegt hat.
Etwas Geschichte
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Das Phänomen Cloud-Gaming wurde erstmals auf der Spielemesse E3 zu Beginn dieses Jahrtausends vorgestellt. Ursprünglich handelte es sich um die Möglichkeit des Spielens über WLAN-Anschluss auf Handheld-Konsolen. Die Entwicklerfirma Crytek begann 2005 mit der Forschung für ein Cloud-Gaming-System; zwei Jahre später legte sie die Forschung jedoch auf Eis. Im Zuge der Verbesserung der Internetanschluss-Möglichkeiten entwickelte und verbreitete sich Cloud-Gaming weiter. Im März 2010 wurde der Dienst OnLive offiziell gestartet, den fünf Jahre später Sony Interactive Entertainment übernahm, um ihn später zur Bereitstellung von Spieldiensten an Besitzer seiner Spielkonsole PlayStation zu nutzen. Mit einem Cloud-Gaming-Dienst kam etwa auch das Unternehmen Nvidia — in dessen Fall handelte es sich um den Dienst GeForceNow. Dieser war ursprünglich Teil des Angebots für Nvidia Shield Android TV, erweiterte sich aber 2017 auf Personalcomputer. Nicht zurück blieben auch Unternehmen wie Electronic Arts, Google oder Microsoft.
Zukunft des Cloud-Gamings
In der Cloud finden derzeit zahlreiche Prozesse statt. In die Cloud können wir unsere Daten sichern, Mediendateien speichern und starten oder aus der Ferne an verschiedenen Dokumenten zusammenarbeiten. Die Verlagerung der Spieleindustrie in die Cloud erscheint daher als weiterer logischer Schritt in dieser Evolution. Die Investition in Hardware, die früher für Spieler so wichtig war, könnte sich in Zukunft in eine Investition in einen qualitativen Netzanschluss zusammen mit Investitionen in Gebühren für den Dienst selbst verwandeln. Cloud-Gaming kann zudem als Win-Win-Lösung sowohl für Spieler erscheinen, denen die Sorge um die Hardware vollständig entfällt, als auch für Anbieter, denen regelmäßige monatliche Gebühren für den Dienst ein stetiges und nachhaltiges Einkommen liefern, mit dem sie alle Kosten decken. Über Negativa des Cloud-Gamings als solche lässt sich noch nicht sprechen — der Erfolg des gesamten Systems hängt jedoch wirklich stark von den Möglichkeiten eines qualitativen Internetanschlusses ab, ohne den die Nutzer in diesem Fall schlichtweg nicht spielen.
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Spiele und Dienste
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Aktualisierung 15.3.2024