Was ist der Unterschied zwischen den WLAN-Standards?
Wie alle Bereiche der Technologie geht auch der WLAN-Anschluss in Riesenschritten voran. Die bekanntesten Standards der letzten Zeit sind 802.11n und 802.11ac. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen ihnen? Und bedeutet ein älterer Standard automatisch auch ein schlechterer Standard?
Der Standard 802.11ac wurde 2013 fertiggestellt und ist derzeit in jedem besseren Smartphone, Laptop, Desktop-Computer oder etwa in Smart-TVs zu finden. 802.11ac ist der direkte Nachfolger des Standards 802.11n, der ab etwa 2007 Teil entsprechender Geräte war. Was genau aber bieten die einzelnen Standards und wie holt man wirklich das Maximum aus ihnen heraus?
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WLAN-Geschwindigkeit ist relativ
Chipsätze, die den Standard 802.11ac unterstützen, sind voll kompatibel mit vorherigen WLAN-Standards — egal ob 802.11a (1999 vorgestellt), 802.11b (2000), 802.11g (2003) oder 802.11n (2007). Die Kompatibilität mit älteren Standards bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich, geht aber Hand in Hand mit zahlreichen Nachteilen in Form begrenzter Leistung — entsprechend der Zeit, in der die jeweiligen Standards funktionierten. Und was sind die Vorteile?
Wenn es um Technologien geht, geht der Fortschritt immer schneller voran — und jedes Jahr bedeutet buchstäblich eine Ewigkeit. WLAN-Standards bilden keine Ausnahme. In ihrem Fall geht es vor allem um Geschwindigkeit. Bei WLAN-Standards wird die sogenannte theoretische Geschwindigkeit angegeben, die bei 802.11ac 1300 Mbit/s beträgt — das ist dreimal mehr als 450 Mbit/s beim Standard 802.11n. Auf den ersten Blick ein riesiger Unterschied, der Schlüssel liegt jedoch im Ausdruck „theoretisch". Theoretische Geschwindigkeiten kommt ein normaler Nutzer in den meisten Fällen nicht einmal annähernd, und die höchste tatsächliche Geschwindigkeit bei 802.11ac erreicht etwa 720 Mbit/s, während es bei 802.11n etwa 240 Mbit/s sind.
Was unterscheidet die einzelnen Standards außerdem voneinander? Antennen — bzw. wie viele Antennen jeder Standard unterstützt. Der Standard 802.11ac kann bis zu acht Antennen unterstützen, von denen jede über 400 Mbit/s schafft — die schnellsten Router haben jedoch nur vier Antennen. Grund ist, dass eine höhere Antennenzahl nicht nur den Gerätepreis erhöhen würde, sondern auch höhere Anforderungen an seine Abmessungen hätte. Besitzen Sie einen 4-Antennen-802.11ac-Router, erhalten Sie beim Anschluss eines 1-Antennen-Smartphones eine maximale theoretische Geschwindigkeit von 400 Mbit/s und eine tatsächliche von etwa 200 Mbit/s.
Auf den ersten Blick nicht viel — aber immer noch eine höhere Geschwindigkeit, als die meisten heimischen Breitband-Anschlüsse bieten. Zu einer gewissen Einschränkung kommt es nur, wenn Sie eine drahtlose Dateiübertragung zwischen Geräten im Rahmen Ihres lokalen Netzes durchführen wollen. Der WLAN-Standard 802.11n bietet zudem Unterstützung für bis zu vier Antennen, wobei jede kaum 100 Mbit/s „zieht". Der Standard 802.11ac hat aber noch einen großen Vorteil…
Reichweite
Der AC-WLAN-Standard kommt aus diesem Vergleich nicht nur als schneller hervor, sondern — was wesentlicher ist — bietet er auch höhere Geschwindigkeit bei größerer Reichweite. Der Standard 802.11ac nutzt die Frequenz 5 GHz, während der Standard 802.11n zusätzlich auch auf der Frequenz 2,4 GHz arbeitet. Während die Frequenz 2,4 GHz von vielen Geräten — von Heim-Telefonen bis zu Mikrowellen — genutzt wird, bleibt die Frequenz 5 GHz relativ unberührt und unbesetzt.
Ein weiterer Schlüsselfaktor ist das Phänomen Beamforming. Das drahtlose Signal breitet sich in der Regel vom Gerät in alle Richtungen aus — stellen Sie sich einen Stein vor, der auf eine Wasseroberfläche geworfen wird, und konzentrische Kreise, die sich von ihm ausbreiten. Daher wird in der Regel empfohlen, den Router möglichst zentral im Haus oder Büro zu platzieren — und gleichzeitig so hoch wie möglich. Beamforming behandelt das Signal jedoch auf völlig andere Weise. Es ist Teil des Standards 802.11ac. Es ist eine Art „intelligenten Signals", das erkennen kann, wo sich die verbundenen Geräte befinden, und die Signalverteilung entsprechend anpasst.
Die Zeiten ändern sich
Wie wir bereits in der Einleitung dieses Artikels erwähnt haben, geht in der Technologie alles mit atemberaubendem Tempo voran. Noch relativ kürzlich war der Standard 802.11ac eine relativ unzugängliche und kostspielige Angelegenheit — jetzt ist er selbstverständlicher Bestandteil jedes besseren Smartphones, Tablets, Laptops oder etwa Smart-TVs und findet seinen Weg auch in günstigere Geräte. Grund sind nicht nur gewisse unbestreitbare Vorteile dieses Standards — insbesondere bei 1-Antennen-Geräten wie Smartphones — sondern auch eine bessere Auswirkung auf die Batterielebensdauer und nicht zuletzt sinkende Preise. Der Preisunterschied zwischen den einzelnen Standards ist jedoch immer noch spürbar — besonders bei Routern. Drahtlose AC-Router sind oft um einige zig Prozent teurer, die Investition lohnt sich jedoch in diesem Fall definitiv.
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Aktualisierung 5.3.2024