Virtuelle Realität als Phänomen unserer Zeit
Aktualisierung 16.2.2024
Virtual Reality erfreut sich wachsender Beliebtheit – und wird endlich immer zugänglicher. Ihr Nutzen liegt bei weitem nicht nur im Bereich der Unterhaltung. Sie bietet auch Potenzial für Wissenschaft und Bildung. Welche Möglichkeiten haben Nutzer, die die virtuelle Welt bequem von zu Hause aus genießen möchten?
Wie hat alles angefangen?
Beschreibungen der virtuellen Realität gab es schon im letzten Jahrhundert – 1968 baute Ivan Sutherland an der Harvard University zusammen mit seinem Schüler Bob Sproull das historisch erste „Headset“. Das Gerät musste an der Decke befestigt werden und zeigte eine sehr primitive Umgebung. Der bedeutende Durchbruch kam jedoch erst 1977 am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo Experten ein Programm entwickelten, das einen Spaziergang durch die Straßen des Colorado-Skiortes Aspen simulierte. 1985 gründete Jaron Lanier die Firma VPL Research, die die ersten „Goggles and Gloves“-Systeme entwickelte. Lanier war es auch, der den Begriff „Virtual Reality“ populär machte.
Schrittweise fand die virtuelle Realität ihren Platz vor allem in Wissenschaft und Forschung – beispielsweise bei der NASA – drang allmählich aber auch in die Spieleindustrie und in alltägliche Bereiche des menschlichen Lebens ein.
Lassen Sie sich von VR fesseln
Während die erweiterte Realität dem Bild der realen Welt digitale Elemente hinzufügt – wodurch der Nutzer nie ganz den Kontakt zur Realität verliert – nimmt die virtuelle Realität Sie vollständig in sich auf und schneidet Sie von der „gewöhnlichen“ Realität komplett ab.
Für eine perfekte Isolation von allen Umgebungsgeräuschen und das vollständige Eintauchen in die virtuelle Umgebung ist hochwertige Ausrüstung erforderlich, sowohl was die Audio- und Video-Hardware – also das Headset – betrifft, als auch die Computerausrüstung. Bis vor Kurzem war die virtuelle Realität – vor allem aus Kostengründen – die Domäne spezialisierter Spielhallen oder von Firmen, die sie für Forschung und Entwicklung nutzten. Immer häufiger gelangen VR-Geräte jedoch auch in normale Haushalte.
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Erweiterte oder virtuelle Realität?
Viele Menschen verwechseln Virtual Reality mit Augmented Reality. Der Hauptunterschied zwischen beiden Technologien liegt in der Art und Weise, wie digitale Informationen dargestellt werden. Bei der erweiterten Realität (Augmented Reality – AR) deutet der Name bereits an, dass das Bild der realen Welt um digitale Inhalte ergänzt wird. Im Gegensatz dazu erschafft die virtuelle Realität mit zwei Displays eine hundertprozentige Illusion, bei der der Nutzer die virtuelle Umgebung als real wahrnimmt.
Ein Beispiel für die Anwendung von Augmented Reality ist das populäre Spiel Pokémon GO. AR lässt sich aber auch bei der Innenraumplanung, in populärwissenschaftlichen Anwendungen sowie in Wissenschaft und Industrie einsetzen.
Augmented Reality können Sie nicht nur auf den Displays Ihrer mobilen Geräte verfolgen, sondern auch über spezielle Brillen, die beispielsweise Microsoft (HoloLens), Acer (Acer Mixed Reality Headset) oder Google (Google Glass) anbieten.
Konsole, Computer oder Aufsatz für das Handy?
Wenn man von „VR-Geräten“ spricht, denken die meisten an Namen wie Oculus Rift, Gear VR oder HTC Vive. HTC Vive ließe sich mit etwas Übertreibung als „Plug and Play“-Gerät bezeichnen. Spiele erfordern keine spezielle Software – das Headset muss einfach an einen Computer angeschlossen werden, der die entsprechenden Anforderungen erfüllt.
Für ein perfektes Raumerlebnis ist die Vermessung des Raums mit Lighthouse-Sensoren entscheidend, die helfen, die genaue Position des Spielers im Raum zu bestimmen. Zum HTC Vive gehört auch ein stetig wachsendes Sortiment an Controllern und anderem Zubehör. Ein weiterer Gigant im Bereich VR ist Oculus Rift. Es kann beispielsweise mit einem OLED-Panel mit einer Auflösung von 2160 x 1200 Pixeln, hochwertigen eingebauten Lautsprechern und einem Bewegungssensor aufwarten.
Bei VR-Headsets, die an einen Computer angeschlossen werden, können die technischen Anforderungen ein erhebliches Problem darstellen. Das Basismodell des Oculus Rift erfordert mindestens einen Computer mit Intel Core i5-4590-Prozessor, 8 GB RAM und einer NVIDIA GTX 970-Grafikkarte; ähnliche Anforderungen gelten auch für HTC Vive.
Eine große Überraschung war das PSVR-Headset von Sony für die Playstation 4 und Pro. Obwohl ein erheblicher Teil der Fachöffentlichkeit ihm vor seiner Einführung skeptisch gegenüberstand, war das PSVR-System ein außergewöhnlicher Erfolg, und seine Verkaufszahlen brachen Rekorde. Logischerweise wird das PSVR vor allem Gamer ansprechen, und derzeit erscheinen viele sehr attraktive Titel für diese Plattform.
Ein eigenes Kapitel sind Cardboard-Brillen, deren einzige Voraussetzung ein ausreichend leistungsstarkes Smartphone mit Gyroskop und Beschleunigungssensor ist. Das Angebot ist wirklich breit und umfasst sowohl große Hersteller – von Google über Samsung bis Xiaomi – als auch praktisch unbekannte Namen.
VR-Brillen für Mobiltelefone gibt es in einer breiten Preisspanne von hundert bis zu mehreren tausend Kronen. Günstige Modelle dienen vor allem dem passiven Ansehen von Videos (YouTube bietet immer mehr 360°-Videos verschiedenster Ausrichtung), fortgeschrittenere Modelle verfügen über einfache Controller. Der Preisunterschied zwischen den Modellen wirkt sich auch auf Komfort, Haltbarkeit und Robustheit des Headsets aus.
Anforderungen und Anwendungen
Technologische Anforderungen und Möglichkeiten: Darstellung und Interaktion in der virtuellen Realität
Die Darstellung und Interaktion in der virtuellen Realität stellen im Vergleich zur normalen Monitorumgebung eine Herausforderung dar. Aufgrund der gekrümmten Bildschirme und der besonderen Wahrnehmungsweise der virtuellen Realität sind Werte wie Field of View (FoV) und Pixel Per Degree (PPD) entscheidend. Es wird eine vielfach höhere Auflösung benötigt, was nicht nur die Darstellung selbst, sondern auch das Datenvolumen beeinflusst.
Vielfältige Anwendungen der virtuellen Realität: Von der Spieleindustrie bis zu wissenschaftlichen Anwendungen
Die virtuelle Realität bietet ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten – von Unterhaltung in der Spieleindustrie über Soldaten- und Pilotentraining. In der Medizin dient sie zur Simulation von Operationen und zum Anatomieunterricht, im Marketing nutzen Unternehmen sie, um Werbung und Interaktion mit Kunden zu verbessern.
Vielfältige Anwendungen der Virtual Reality: Von Kunst über Sport bis zur Arbeit
VR-Anwendungen decken ein breites Spektrum an Interessen und Bedürfnissen ab. Von künstlerischen Erlebnissen über Reisen bis hin zur Bildung bieten sie Nutzern die Möglichkeit, die Welt zu erkunden und neue Erfahrungen zu sammeln. Die virtuelle Realität dringt auch in die Arbeitswelt vor, ermöglicht Designern den Umgang mit Visualisierungswerkzeugen und bietet Plattformen für die Verfolgung von Sportereignissen oder die Zusammenarbeit im Team.
Die Zukunft der virtuellen Realität
Noch vor wenigen Jahren war die virtuelle Realität für die breite Öffentlichkeit eher ein Science-Fiction-Konzept. Heute werden nicht nur Spiele in VR selbstverständlich, sondern auch ihre Nutzung in Forschung, Entwicklung und Industrie.
Im vergangenen Jahr haben sich die größten Hersteller weltweit unter der Allianz Global Virtual Reality Association (GVRA) zusammengeschlossen, deren Aufgabe es unter anderem ist, VR zu verbreiten, Industriestandards zu vereinheitlichen und gemeinsame Entwicklungen voranzutreiben.
2024 brachte Apple jedoch ein bahnbrechendes Produkt – eine Revolution in der virtuellen Realität!