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ADSL2 und VDSL

Die Vielfalt an Abkürzungen und Technologien für den Hochgeschwindigkeitsinternet-Anschluss kann normalen Nutzern den Kopf zermürben. Sehen wir uns an, wie sich die Technologien für den Internetanschluss über Telefonleitungen unterscheiden und welche Vorteile die beiden häufigsten Standards bieten.

Anbieter eines Internetanschlusses bieten verschiedene Anschlussarten an. Häufig sind auf dem tschechischen Markt die Technologien VDSL und ADSL, die Telefonleitungen nutzen und damit die überwiegende Mehrheit der Orte in der ČR abdecken. Die Abkürzung DSL verweist auf Digital Subscriber Line — übersetzt digitale Teilnehmeranschlussleitung.

ADSL findet zusammen mit VDSL häufig Einsatz an Orten, an denen andere Anschlussarten problematisch sind oder keine preislich zugängliche Alternative existiert. Dank Nutzung des bestehenden Telefonnetzes ist es nicht nötig, beim Kunden umfangreiche Bauarbeiten durchzuführen.

Für den Empfang des ADSL- und VDSL-Signals ist ein Modem unerlässlich, das Signale zwischen Computer und Telefonanschluss verarbeitet. Modems werden Endkunden meist von Internetanbietern vermietet oder direkt verkauft. Oft kombinieren diese Geräte zusätzlich die Funktion eines WLAN-Routers und Netzwerk-Switches. Sie ermöglichen damit den einfachen Aufbau eines drahtlosen Heimnetzes, ohne in weitere Geräte investieren zu müssen.

ADSL — Internetanschluss über Telefonleitungen

ADSL, also Asymmetric Digital Subscriber Line, ist eine sogenannte asymmetrische digitale Leitung. Der Name der Technologie selbst verweist auf die Eigenschaft dieses Anschlusses, eine höhere Geschwindigkeit für das Herunterladen von Daten zum Nutzer (Download) und eine niedrigere für das Senden von Daten vom Nutzer (Upload) zu bieten. Im Gegensatz zu sogenannten symmetrischen Leitungen, bei denen die Geschwindigkeit in beide Richtungen gleich sein kann, ist bei ADSL der Unterschied zwischen Download- und Upload-Geschwindigkeit oft markant.

Die heutigen Technologien ADSL2 und ADSL2+ bieten Anschlussgeschwindigkeiten von bis zu 28 Mbit/s im Downstream und etwa 3,5 Mbit/s im Upstream. In der Praxis wird diese volle Geschwindigkeit jedoch selten erreicht. Die Qualität des ADSL-Anschlusses wird nämlich stark durch die Entfernung zur Zentrale und die Qualität der Leitungen beeinflusst.

Je weiter der Kunde von der Zentrale entfernt ist, desto niedriger ist die Verbindungsqualität und die Anschlussgeschwindigkeit sinkt. Ein Kunde über 3 km von der Zentrale entfernt kann beim als „bis zu 20 Mbit/s" bezeichneten Paket beispielsweise nur eine Geschwindigkeit von etwa 5 Mbit/s und weniger erreichen. Im Gegensatz dazu kann ein Haushalt 500 Meter von der Zentrale entfernt beim selben Paket eine Download-Geschwindigkeit von etwa 18 Mbit/s erreichen.

Wichtig ist gerade das Wörtchen „bis zu". Betreiber garantieren aus den oben genannten Gründen keine feste Geschwindigkeit von ADSL und VDSL und erwähnen im Angebot lediglich, dass diese Geschwindigkeit unter bestimmten Bedingungen erreicht werden kann. Allgemein gilt, dass ADSL2/2+ bis zu einer Entfernung von 3,5 km bessere Anschlussgeschwindigkeiten bietet als ADSL. Über 4 km von der Zentrale ist der Unterschied zwischen den Entwicklungsversionen minimal.

VDSL — schnellerer Anschluss mit Potenzial weiterer Beschleunigung

Während ADSL bereits an seine Geschwindigkeitsgrenzen gestoßen ist, hat VDSL die Geschwindigkeit buchstäblich im Namen. Es handelt sich um die Abkürzung für Very High Bit Rate Digital Subscriber Line (oder Very High Speed DSL — sehr schnelles DSL). Aktuell wird häufig VDSL in der Version 2 genutzt, auch wenn es in den Angeboten der Betreiber zur Übersichtlichkeit ohne Versionsnummer erscheint.

Symmetrische VDSL-Anschlüsse bieten theoretische Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s für Download und Upload. In der Praxis erscheinen am häufigsten Pakete mit „bis zu 20 Mbit/s" Upstream und „40 Mbit/s" Downstream.

Die meisten Betreiber haben kein Problem damit, Bestandskunden ein Upgrade von ADSL auf VDSL bei Erhalt der Preisbedingungen zu gewähren. Der Dienst muss in der jeweiligen Region jedoch verfügbar sein. Ähnlich wie bei ADSL ist auch VDSL empfindlich gegenüber der Entfernung zur Zentrale, und bei größeren Entfernungen — konkret über 1,3 km — gehen die Geschwindigkeitsvorteile von VDSL verloren. Betreiber bieten in solchen Fällen VDSL gar nicht erst an und bieten nur ADSL.

Vergleich VDSL und ADSL

Die Entfernung zur Zentrale beeinflusst die Anschlussgeschwindigkeit

Der Betreiber verspricht im Angebot oft Geschwindigkeiten, die am Anschlussort real nicht erreicht werden. Warum ist das so? Bei VDSL- und ADSL-Technologien gilt, dass die Entfernung zur Zentrale die Anschlussparameter negativ beeinflusst. Allgemein gilt, dass bis 300 Meter die Verluste minimal sind, danach kommt es zu einer schnellen Verschlechterung der Signalqualität.

Wie ermittelt man die Anschlussgeschwindigkeit am Wohnort?

Betreiber stellen auf ihren Seiten Formulare bereit, die nach Eingabe von Adresse und Telefonnummer Ihre Daten an einen Vertriebsmitarbeiter übergeben, der sich mit einem konkreteren Angebot bei Ihnen meldet. Hier ist es wichtig, sich nicht mit dem theoretischen Wert „bis zu 20 Mbit/s" zufriedenzugeben und den Betreiber um die Präzisierung der Geschwindigkeit in der jeweiligen Lokalität zu bitten — oder ihn um Information zu bitten, wie weit Sie zur nächsten Zentrale sind. Danach genügt ein Blick auf die Grafik oben.

Wegen ADSL und VDSL müssen Sie keinen Festnetzanschluss anschaffen

Zu Beginn war ADSL eng an Pakete mit Festnetz-Telefonie gebunden, was sich mit der Zeit änderte und das sogenannte „nackte ADSL" entstand. Dank dessen kam es zu einer deutlichen Preissenkung, und der Anschluss wurde für normale Kunden zugänglich.

Sind Modems für ADSL/VDSL kompatibel?

Ältere, für ADSL bestimmte Geräte kommen meist nicht mit VDSL klar. Beim Übergang auf VDSL-Anschluss ist die Anschaffung eines neuen Modems nötig. Oft bietet der Anbieter selbst es zum Kauf oder zur Miete an. Im Gegensatz dazu bieten moderne VDSL-Modems oft auch Unterstützung für ADSL, ADSL2 und ADSL2+.

Was ist Anschluss-Aggregation?

Betreiber geben in ihren Angeboten oft Anschlussgeschwindigkeiten zusammen mit der Erwähnung der sogenannten Aggregation (Bündelung) an. Es handelt sich um die gemeinsame Nutzung der Leitung mit weiteren Nutzern in Ihrer Lokalität. Wenn Sie also bei einem 20-Mbit-Anschluss Aggregation 1:4 sehen und Sie zur selben Zeit mit anderen Nutzern verbunden sind, kann Ihre Geschwindigkeit auf bis zu 5 Mbit/s oder weniger sinken.

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