ADSL2 und VDSL
22. 5. 2020
Zwischen den vielen Abkürzungen und Technologien für Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüsse verliert der normale Nutzer schnell den Überblick. Schauen wir uns an, wie sich die Technologien für den Internetanschluss über Telefonleitungen unterscheiden und welche Vorteile die beiden häufigsten Standards bieten.
Anbieter von Internetanschlüssen bieten verschiedene Anschlussarten an. Auf dem tschechischen Markt sind VDSL und ADSL besonders verbreitet. Beide nutzen die vorhandenen Telefonleitungen und decken damit fast alle Orte in der ČR ab. Die Abkürzung DSL steht für Digital Subscriber Line, auf Deutsch digitale Teilnehmeranschlussleitung.
ADSL kommt zusammen mit VDSL vor allem dort zum Einsatz, wo andere Anschlussarten problematisch sind oder keine preislich attraktive Alternative existiert. Da das bestehende Telefonnetz genutzt wird, müssen beim Kunden keine umfangreichen Bauarbeiten durchgeführt werden.
Für den Empfang des ADSL- und VDSL-Signals ist ein Modem notwendig, das die Signale zwischen Computer und Telefonanschluss verarbeitet. Modems werden Endkunden meist von den Internetanbietern vermietet oder direkt verkauft. Oft kombinieren diese Geräte zusätzlich die Funktion eines WLAN-Routers und eines Netzwerk-Verteilers. So lässt sich ein heimisches Funknetz einfach einrichten, ohne in weitere Geräte investieren zu müssen.
ADSL - Internetanschluss über Telefonleitungen
ADSL steht für Asymmetric Digital Subscriber Line, also eine asymmetrische digitale Leitung. Der Name der Technologie verweist auf die Eigenschaft, eine höhere Geschwindigkeit für das Herunterladen von Daten zum Nutzer (Download) und eine niedrigere für das Hochladen von Daten vom Nutzer (Upload) zu bieten. Anders als bei symmetrischen Leitungen, bei denen die Geschwindigkeit in beide Richtungen gleich sein kann, ist bei ADSL der Unterschied zwischen Download- und Upload-Geschwindigkeit oft deutlich.
Die heutigen Technologien ADSL2 und ADSL2+ bieten Anschlussgeschwindigkeiten von bis zu 28 Mbit/s im Downstream und etwa 3,5 Mbit/s im Upstream. In der Praxis wird diese volle Geschwindigkeit jedoch nur selten erreicht. Die Qualität eines ADSL-Anschlusses wird stark von der Entfernung zur Vermittlungsstelle und von der Qualität der Leitungen beeinflusst.
Je weiter der Kunde von der Vermittlungsstelle entfernt ist, desto geringer ist die Qualität der Verbindung und desto mehr sinkt die Geschwindigkeit. Ein Kunde, der mehr als 3 km von der Vermittlungsstelle entfernt wohnt, kann bei einem Tarif mit „bis zu 20 Mbit/s“ beispielsweise nur etwa 5 Mbit/s oder weniger erreichen. Ein Haushalt, der 500 Meter von der Vermittlungsstelle entfernt liegt, kann dagegen bei demselben Tarif eine Download-Geschwindigkeit von etwa 18 Mbit/s erzielen.
Entscheidend ist das Wort „bis zu“. Aus den oben genannten Gründen garantieren die Anbieter bei ADSL und VDSL keine feste Geschwindigkeit, sondern erwähnen im Angebot nur, dass diese Geschwindigkeit unter bestimmten Bedingungen erreicht werden kann. Allgemein gilt: Bis zu einer Entfernung von 3,5 km bietet ADSL2/2+ bessere Geschwindigkeiten als ADSL. Ab 4 km von der Vermittlungsstelle ist der Unterschied zwischen den Entwicklungsversionen minimal.
VDSL - schnellerer Anschluss mit Potenzial für weitere Steigerung
Während ADSL bereits an seine Geschwindigkeitsgrenzen gestoßen ist, steckt die Geschwindigkeit bei VDSL schon im Namen. Es handelt sich um die Abkürzung für Very High Bit Rate Digital Subscriber Line (auch Very High Speed DSL – sehr schnelles DSL). Derzeit wird häufig VDSL in der Version 2 verwendet, obwohl die Anbieter es der Übersichtlichkeit halber meist ohne Versionsnummer bewerben.
Der symmetrische VDSL-Anschluss bietet theoretische Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s sowohl beim Herunterladen als auch beim Hochladen. In der Praxis findet man am häufigsten Tarife mit „bis zu 20 Mbit/s“ Upload und „40 Mbit/s“ Download.
Die meisten Anbieter stellen bestehenden Kunden ein Upgrade von ADSL auf VDSL bei gleichbleibenden Preisbedingungen zur Verfügung. Voraussetzung ist jedoch, dass der Dienst im jeweiligen Gebiet verfügbar ist. Ähnlich wie bei ADSL ist auch VDSL von der Entfernung zum Verteiler abhängig. Bei größeren Entfernungen, konkret über 1,3 km, gehen die Vorteile der VDSL-Geschwindigkeit verloren. Die Anbieter bieten VDSL in solchen Fällen dann gar nicht erst an und stellen nur ADSL bereit.
Vergleich VDSL und ADSL
Die Entfernung zur Vermittlungsstelle beeinflusst die Geschwindigkeit
Anbieter versprechen in ihren Angeboten oft Geschwindigkeiten, die am jeweiligen Anschlussort tatsächlich nicht erreicht werden. Warum ist das so? Bei VDSL- und ADSL-Technologien gilt: Die Entfernung zur Vermittlungsstelle wirkt sich negativ auf die Anschlussparameter aus. Allgemein gilt, dass bis 300 Meter die Verluste minimal sind, danach kommt es zu einem raschen Rückgang der Signalqualität.
Wie finden Sie die Geschwindigkeit am Wohnort heraus?
Anbieter stellen auf ihren Webseiten Formulare bereit. Nach Eingabe der Adresse und der Telefonnummer übermitteln sie Ihre Daten an einen Vertriebsmitarbeiter, der sich mit einem konkreteren Angebot bei Ihnen meldet. Wichtig ist, sich nicht mit dem theoretischen Wert „bis zu 20 Mbit/s“ zufriedenzugeben, sondern den Anbieter nach der tatsächlichen Geschwindigkeit an Ihrem Standort zu fragen oder ihn nach der Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle zu fragen. Anschließend genügt ein Blick auf die Grafik oben.
Für ADSL und VDSL müssen Sie keinen Festnetzanschluss bestellen
Anfangs war ADSL eng an Tarife mit Telefonie über den Festnetzanschluss gebunden. Mit der Zeit änderte sich dies, und es entstand das sogenannte nackte ADSL. Dadurch sanken die Preise deutlich, und der Anschluss wurde für den durchschnittlichen Kunden erschwinglich.
Sind Modems für ADSL/VDSL kompatibel?
Ältere Modems für ADSL kommen mit VDSL meist nicht zurecht. Beim Wechsel auf einen VDSL-Anschluss ist daher in der Regel ein neues Modem notwendig. Diese werden oft vom Internetanbieter selbst zum Kauf oder zur Miete angeboten. Moderne VDSL-Modems unterstützen dagegen häufig auch ADSL, ADSL2 und ADSL2+.
Was ist die Anschlussbündelung?
Anbieter nennen in ihren Angeboten oft die Anschlussgeschwindigkeiten zusammen mit dem Hinweis auf die sogenannte Bündelung (Aggregation). Gemeint ist die gemeinsame Nutzung der Leitung mit anderen Nutzern in Ihrer Umgebung. Wenn Sie bei einem 20-Mbit-Anschluss eine Bündelung von 1:4 sehen und sich zur gleichen Zeit wie die anderen Nutzer verbinden, kann Ihre Geschwindigkeit auf 5 Mbit/s oder weniger sinken.